Unsere 10 Goldenen Regeln zur Leberdiät für Deinen Hund

Ist die Leber, als zentrales Stoffwechselorgan des Körpers, krank, sollte die Ernährung dringend angepasst werden, denn sie ist einer der wichtigsten Bestandteile einer erfolgreichen Therapie. Es lohnt sich, denn die Leber kann sich nahezu vollständig erholen und wieder gesund werden. 

Die Leber und Ihre wichtigsten Funktionen:

  • Regelung des Zuckerstoffwechsels
  • Regelung des Fettstoffwechsels
  • Regelung des Eiweißstoffwechsels (Entgiftung von Ammoniak (NH3)
  • Speicherung von Nährstoffen, wie Vitamine & Mineralstoffe
  • Produktion der Gallenflüssigkeit
  • Entgiftung (bei Vergiftung, nach Medikamenten etc.)

Mögliche Erkrankungen der Leber:

  • Akute Leberentzündung (durch Vergiftung, Medikamente, körperliche Überbelastung)
  • Chronische Leistungsschwäche der Leber (Leberinsuffizienz)
  • Infektionskrankheiten, zum Beispiel Leptospirose
  • Krebs
  • Lipidose (Leberverfettung)
  • Leberabszess
  • Stauungsleber (bei Herz-Kreislauferkrankungen)

Einige Ursachen für Lebererkrankungen:

  • Falsche Fütterung
  • Neben- oder Wechselwirkungen von Medikamenten
  • Akute Vergiftung (zum Beispiel durch Giftköder)
  • Rassedisposition (häufig betroffen sind zum Beispiel Labradore, Dobermänner, Bedlington Terrier)
  • Erkrankungen, wie zum Beispiel die angeborene Kupferspeicherkrankheit
  • Übergewicht

Häufige Symtome bei leberkranken Hunden:

  • Gelegentliches oder häufiges Erbrechen und Durchfall
  • Mangelnder Appetit / Verminderter Durst
  • Übelkeit
  • Schwellung des Bauches
  • Hellgelber oder sehr dunkler Kot
  • Schnellere Erschöpfung, Mattigkeit, Lustlosigkeit
  • Auffällige Gewichtsabnahme
  • Neigung zu Ekzemen
  • Stumpfes Fell, matte Haut
  • Gelbe Schleimhäute (Augen (Bindehaut), Zahnfleisch)

Wenn Dir diese Symptome bekannt vorkommen, empfehlen wir Dir Deinen Tierarzt mit Deinem Liebling aufzusuchen, um ein Blutbild erstellen zu lassen. Der Tierarzt wird sicherlich ein großes Blutbild vorschlagen, ggf. einen Ultraschall oder Röntgenbild vom Bauchraum machen, um die Diagnose einzugrenzen. Unter Umständen schlägt er Dir eine Leberbiopsie vor, dabei wird unter Narkose eine Gewebeprobe von der Leber entnommen und in ein Labor eingeschickt. Die Leberwerte können auch mal als "Zufallsbefund" bei einer Vorsorgeuntersuchung auffällig/erhöht sein, ohne dass die Leber selbst betroffen ist, sondern als Begleitsymptom von Diabetes, Mangelernährung, Schilddrüsenüberfunktion, Herzerkrankung oder als Nebenwirkung eines Medikaments. Mit weiteren Untersuchungen sollte Dein Tierarzt das eingrenzen können. Eine kranke Leber kann zwar viele Ursachen haben, die Leberdiät ist jedoch fast immer gleich.

Ziele der Leberdiät: 

  1. Die Ernährung soll leicht verdaulich sein, um die Organe zu schonen (auf keinen Fall solltest Du Trockenfutter füttern)
  2. Die Ansammlung giftiger Stoffwechselprodukte in der Leber soll vermieden werden
  3. Das Futter soll Deinem Hund ausreichend Energie liefern
  4. Die Regeneration der Leber soll angekurbelt und unterstützt werden (dazu gibt es einige gute Nahrungsergänzungen)

Grundsätzlich sollte der Proteinanteil in der Nahrung drastisch reduziert werden und es sollten nur die für den Hund hochverdaulichsten Eiweiße verfüttert werden, da diese vor allem im Dünndarm verdaut werden. Dazu zählen mageres Muskelfleisch (am liebsten Huhn oder Pute), fettarmer Fisch, Hüttenkäse, Quark, Eier…)  Auf Innereien verzichtet man oder reduziert diese auf ein Minimum.

Wieso ist es so wichtig, weniger und dafür hochwertige Eiweiße zu füttern?

Für einen leberkranken Hund ist Futter mit reduziertem Proteingehalt notwendig, um die Ammoniakproduktion zu reduzieren. Schwer verdauliche Proteine gelangen vermehrt in den Dickdarm. Dort werden sie von den Darmbakterien vor allem zu Ammoniak abgebaut. Ammoniak muss selbst wieder vom Organismus in der Leber abgebaut werden und dieser Abbau belastet die Leber stärker.

Zu den schwerer verdaulichen Eiweißquellen gehören z. B. bindegewebsreiche Komponente wie Innereien (Lunge, Pansen, Blättermagen, Schlund) oder auch Kauprodukte wie Ochsenziemer, Rinderohren, Schweineohren, Sehnen und Knochen. Diese Zutaten sollten also zwingend für die Leberdiät aus dem Speiseplan verschwinden. 

Kohlenhydrate, wie Getreide und Gemüse sollten den Großteil der Ernährung ausmachen:

Damit bietest Du Deinem Hund eine zusätzliche Energiequelle und erhöhst den Fasergehalt der Mahlzeit. Je mehr Rohfaser im Futter, desto langsamer die Verdauung. Für Leberpatienten ist das von Vorteil, denn durch die langsame Verdauung wird die Leber geschont. Übertreiben sollte man es nicht, denn mittelfristig können andere Organe darunter leiden.  

Weniger Fett, dafür aber ein Gutes

Die Leber ist dafür bekannt viel Fett speichern zu können (Fettleber), daher sollte eine Leberdiät auch immer etwas fettreduziert sein. Man entlastet somit die Speicherkapazität der Leberzellen. Auch sollte die Fütterung nicht zu viel Vitamin A beinhalten, denn das schädigt die Leber. Vitamin A ist besonders in Innereien enthalten und im Dorschlebertran, daher lieber der Verzicht. Als Fettquellen eignen sich besonders tierische Fette, wie zum Beispiel Lachsöl. Am besten ein Lachsöl, welches mit Vitamin E stabilisiert wurde und so als natürliches Antioxidans die Leber unterstützt. Auch ein hochwertiges Bio Leinöl ist nicht zu verachten, denn es enthält die entzündungshemmende Alpha-Linolensäure. Du könntest diese beiden Öle im Wechsel mit Mariendistelöl verabreichen, damit hast Du eine ausgewogene Mischung.

UNSERE 10 GOLDENEN REGELN FÜR EINE LEBERDIÄT:

1. Füttere auf keinen Fall ein Leberdiät-Trockenfutter

Die klassischen Trockenfuttersäcke, die Du bei Deinem Tierarzt oder beim nächsten Zoodiscounter erhältst, taugen nichts.
Zwar sind sie proteinreduziert, sie enthalten aber minderwertige Zutaten. Muskelfleisch kannst Du darin nicht erwarten, stattdessen landen darin bindegewebsreiches Fleisch (wenn überhaupt) und tierische Nebenerzeugnisse (zum Beispiel Federn, Hufen, Schnäbel, Urin, Euter, Hirn, Eingeweide etc.). Gemischt wird das Ganze mit pflanzlichen Nebenprodukten, was nichts anderes als Abfallstoffe der Kornproduktion sind. Das ist alles andere als hochwertig und leicht verdaulich. Achso ja, abgerundet wird das Trockenfutter mit Zusatzstoffen so weit das Auge reicht, angefangen von künstlichen Vitaminen und Mineralstoffen, über Zucker (Melasse, Karamell), Aromastoffe, bis hin zu Konservierungsmitteln, Feuchthaltemittel für Soft-Futtersorten (welche man übrigens auch für Vernebelungsmaschinen in der Discothek verwendet) und künstlichen Antioxidantien, die im Verruf stehen krebserregend zu sein....Genug an dieser Stelle, kommen wir zu Regel Nr. 2.

2. Füttere kleine und dafür mehrere Mahlzeiten am Tag

Um die Verdauung zu schonen bewährt es sich, wenn Du Deinem Hund mehrere kleine Mahlzeiten am Tag (gerne 3-4 Fütterungen) anbietest. Oft leiden leberkranke Hund an Übelkeit und würden ein oder zwei große Portionen am Tag sowieso nicht wollen und auch nicht packen.

3. Füttere Eiweißreduziert 

Fleisch reduzieren und dafür die "Beilage" erhöhen, das minimiert die Ammoniakproduktion und schont somit den Leberstoffwechsel.

4. Füttere nur hoch verdauliches Eiweiß

Muskelfleisch von Huhn, Pute, Rind, Kalb und Lamm eignen sich beispielsweise gut. Milchprodukte wie Hüttenkäse, Quark, Eier und Joghurt (Ziegenjoghurt wird oft besser vertragen) sind ebenfalls hochwertige Eiweisslieferanten.

5. Füttere hauptsächlich Kohlenhydrate, also Getreide und Gemüse

Sehr gut eignen sich Kartoffeln, Vollkornnudeln, Vollkornreis, Buchweizen und Hirse. Gemüsesorten, die von leberkranken Hunden gut vertragen werden, sind zum Beispiel Rote Beete, Sellerie, Spinat und Brokkoli. Obst ist in kleinen Mengen erlaubt, wenn Dein Hund es mag. 

6. Füttere Zusätze, welche die Leberfunktion unterstützen 

Es gibt einige wirksame unterstützende Nahrungsergänzungen, die Du Deinem Liebling nicht vorenthalten solltest. Dazu zählen Mariendisteln, Löwenzahn, Bierhefe, Hagebuttenpulver, Kräuter, Ulmenrinde u.v.m. (Dazu weiter unten mehr) 

7. Füttere hochwertiges Fett als Energielieferant

Damit Dein Hund die Energie nicht aus den Kohlenhydraten und Eiweißen ziehen muss, ist es unabdingbar dass Du ihm hochwertiges Fett zufütterst. Aber auch davon nicht zu viel, schließlich soll die Leber, die ja auch für den Fettstoffwechsel verantwortlich ist, entlastet werden. 

8. Reduziere unbedingt das Gewicht Deines Hundes, wenn er zu viel auf den Rippen hat

Übergewicht ist eine der häufigen Ursachen für Lebererkrankungen. Wenn Dein Hund dick ist und dick bleibt, dann ist er immer anfällig für Leberentzündungen, aber auch für Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, für Diabetes, für Arthrose und viele Krankheiten mehr. 

9. Vermeide Stress

Stress schlägt auf die Leber. Du solltest also stets darauf achten, dass Dein Hund immer genug Rückzugsmöglichkeiten hat und ausreichend Schlaf bekommt. Auch sollte er in wenige Situationen geraten, die stressig für ihn sind. Gerade bei Angsthunden, die oft angespannt sind, sollte man auf eine reizarme Umgebung achten. 

10. Lasse regelmäßig ein Blutbild machen

Das Wichtigste ist, dass Dein Hund wieder gesund wird damit es ihm schnell besser geht. Um zu sehen ob die Ernährung greift und ggf. Medikamente anschlagen, solltest Du regelmäßig ein Blutbild machen lassen. Bei chronischen Erkrankungen ca. alle 3 Monate. Vertraue nicht blind auf 1 Person oder 1 Tierarzt, sondern hole Dir ggf. auch eine Zweitmeinung ein, belese Dich und ziehe Deine Schlüsse daraus.

Empfohlene Nahrungsergänzungen:

Mariendistel 

Schon früher in den Klostergärten war die Mariendistel als klassische Leberpflanze bekannt. Die Pflanze ist reich an wohltuenden und bekömmlichen Stoffen wie Silymarin sowie Vitamin E als natürliches Antioxidans. Sie schützt die Leber und hilft ihr sich zu regenerieren. Du bekommst die Pflanze als Öl, als Kapseln oder in Kräutermischungen.

Bierhefe

Bierhefe wirkt appetitanregend, was bei leberkranken Hunden oft von großer Bedeutung ist. Darüber hinaus enthält Bierhefe wichtiges Vitamin B12, dieses Vitamin wird in der Leber gespeichert und ist wichtig für die Blutkörperherstellung.

Hagebutten

Der hohe Vitamin C Gehalt von Hagebutten hilft dabei die Leberzellfunktion wiederherzustellen. Darüber hinaus sind Hagebutten in Pulverform ballaststoffreich, erhöhen also den Rohfasergehalt im Futter und wirken sich somit positiv auf die Verdauung aus.

Löwenzahn

Löwenzahn entstaut die Leber, hilft zu entgiften, ist entzündungshemmend und wirkt appetitanregend. Seine Bitterstoffe, vor allem Taraxin und Cholin, wirken positiv auf Leber, Galle, Magen und Bauchspeicheldrüse. Ein Wundekraut, welches Du als Saft in der Apotheke bekommst.

Spirulina 

Enthält viele Mineralstoffe und Spurenelemente, die für eine gute Leberfunktion wichtig sind. Eine gesunde Leber kann diese auch aus einem guten Futter verwerten, eine kranke Leber braucht Unterstützung. 

Ulmenrinde

Sie wirkt entzündungshemmend, entgiftend und ist zudem sehr nahrhaft. Darüber hinaus hilft sie gegen Übelkeit & Erbrechen sowie gegen Magenübersäuerung.

Wir hoffen sehr, dass wir Dir und Deinem Hund vorbeugend oder auch akut mit diesem Artikel weiterhelfen können. Solltest Du Fragen haben, die Du uns stellen magst, dann rufe uns an oder schreibe uns eine Email.
Tel.: 06237-3064244 oder hallo@happenweise.de

 

Tags: Leber, Leberdiät

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